statt Marketing: Ideen für Dresden Teil 9: Die Bahnhofsmission

Stadtmarketing — Sebastian @ 21:30

Orr nöö, schon wieder einer, der was zum Thema Bahn bloggt. Ziemlich ausgelutscht das Thema, oder? Aber halt, warten Sie mal. Eigentlich geht die Geschichte zwar mit einer Verspätung los (und was für einer), aber – Überraschung – darum selber geht es gar nicht direkt. Aber lesen Sie selbst:

Bereits zwei Mal habe ich am Neustädter Bahnhof folgende Happy Hour Situation erlebt. Ich warte gespannt und frohen Mutes auf die Regionalbahn “Dresden : Görlitz” (also nicht gerade ein Fernzug, der bereits in 32 Bahnhäfen aufgehalten hätte werden können) und stehe pünktlich 5 Minuten vor Abfahrt (17:23 Uhr) am Gleis 3. Um 17:20 Uhr ertönt dann blechern die Dauerwellenstimme der automatichen Ansage und teilt mir mit, dass der Zug sich um vorraussichtlich 5 Minuten verzögert. Alles halb so wild! Bis dahin jedenfalls. Leider geht das Desaster erst los. Denn um 17:25 teilt man mir im selben Tonfall mit, dass sich der Zug vorraussichtlich um 10 Minuten verzögert. Um 17:30 Uhr leiert Maschina ihren Spruch herunter und bedauert, dass sich das Eintreffen des Zuges vorraussichtlich um 15 Minuten verzögert. Um 17:35 Uhr..naja ihr ahnt es! Kein Scheiss, das ist mein voller ernst – und ich habe Zeugen – beim ersten Mal (am 19.12.2009 bei Minus 12 Grad) fuhr der Zug 55 (!!!) Minuten später, aber der Ansagemodus (jeweils nur abgewandelt durch die Variable t+5 Min.) blieb bis zum Schluss der gleiche.

Es ist in dieser ganzen Stunde nicht einmal eine persönliche Stimme zu hören gewesen (oder ein Mitarbeiter auf dem Bahnsteig zu sehen) sondern immer nur Miss Maschina und ihre leicht holprigen Bausatzansagen. Frustrierender geht es nicht mehr! Erst recht nicht, wenn Deine zwei Kinder neben Dir nur noch heulen vor Kälte.

Wiederholungen mit Wiederholung

Als mir das Ganze HAARGENAUSO zum zweiten Mal passierte, da kam mir die Idee, dass die Einführung echter Bahnhofsansager alter Schule doch nicht nur ein netter Kundenservice wäre sondern auch ein hervorragendes Marketinginstrument. Wo gibt es das denn noch, dass da wirklich Menschen sitzen und einem freundlich und mit persönlicher Note wenigstens die wichtigsten Infos übermitteln.

Bis heute erinnert sich jeder, den ich aus meiner Heimat kenne, noch an den Ausrufer im Bahnhof Brake und dessen langezogenes “Braaake, hier Braaake”, gefolgt von einem mit scharfem Bleistift linalegerade unterstrichenen “Unterweser”.

Heute dagegen spricht scheinbar eine einzige Frau auf allen Bahnhöfen Deutschlands. Da weiß man doch gar nicht mehr, wo man eigentlich ist. Hamburg? Berlin? Stuttgart? Keine Ahnung. Die Dame spricht ja nicht mal ansatzweise Dialekt. Außerdem “stottert” die auch noch etwas. Die Ansagemaschinen der Bahn könnten wirklich mal zum Logopäden. Und zum Kommunikationscoach. Oder von mir aus auch einfach in Rente. Diese Stimme hier ist wahrscheinlich bekannter als die von Lena Meyer Landratsamt, oder?

Wie dem auch sei. Natürlich machen Maschinen weniger Fehler als Menschen und sind einen ganzen Latz günstiger. Aber Menschen merken dagegen (jedenfalls in der Regel), wenn es peinlich wird, sich zum 20. Mal zu wiederholen.
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Hier ist was los – noch ein neuer Freddy Fischer Clip

Musik — Schlagwörter:, , , , , , — Sebastian @ 08:45

Coole Sache, Parker

Wer ist eigentlich dieser Freddy Fischer?

Na der hier

Freddy Fischer & his Cosmic Rocktime Band EPK from Gregor Samsa on Vimeo.

Gebt ihm Eure Liebe!

Am Ende zählt immer nur das Erlebnis

Marketing — Schlagwörter:, , , , , — Sebastian @ 20:28

Bevor mein kleines Blog am Ende noch verwaist (meinen Urlaubsrückblick stelle ich ins Frische Fische Blog und sonst habe ich in den letzten zwei Wochen außer für Kreuzworträtsel und Postkarten selten was geschrieben), möchte ich Euch gerne mit einem kleinen Artikel von mir die Zeit vertreiben. Diesen habe ich auf Bitte des wirklich netten Teams der IHK Halle Dessau für deren Magazin geschrieben als Einführung in das Titelthema “Erlebnis Marketing”, darf ihn aber auch hier veröffentlichen.

Am Ende zählt immer nur das Erlebnis

Die moderne Erlebnisgesellschaft stellt Marketingverantwortliche vor große Herausforderungen, denn längst leben nicht mehr nur Jugendliche nach der Devise „Wo ist am meisten los?“. Untersuchungen zeigen, dass das Segment der Erlebniskäufer nahezu die Hälfte der Bevölkerung umfasst und klassische Werbeformen von potenziellen Kunden immer weniger wahrgenommen werden. Zusätzlich findet in fast allen Märkten eine Angleichung der Produkte statt, was eine Differenzierung nach sachlichen Kriterien erschwert. Folglich gewinnen neue Marketinginstrumente zunehmend an Bedeutung. Events, Social Media oder Guerilla Marketing zielen auf die sinnliche Wahrnehmung. Diese ist immer häufiger ausschlaggebendes Moment der Kaufentscheidung. Marken benötigen daher ein Erlebnisprofil. Ein solches Profil selektiert Zielgruppen nicht nach soziodemographischen Kriterien, sondern nach Lifestyle-Merkmalen und weist den Weg für die Planung weiterer Marketingmittel. Big Player bauen auf Themenparks und eindrucksvolle Großevents. Aber auch mit geringem Budget kann man durch unkonventionelle Ansätze und im Internet sehr viel erreichen.

Erlebniswelten und Events

Manufaktur (c) Christoph Münch

Manufaktur (c) Christoph Münch


Während VW seine Besucher in der Gläsernen Manufaktur empfängt, setzt Halloren auf ein unternehmenseigenes Schokoladenmuseum. Vor allem im Bereich der Konsumgüter hat es sich längst etabliert, Marken auf diese Weise erlebbar zu machen. Aber auch andere Branchen ziehen nach. Den Erkheimer Fertighaushersteller Baufritz verbindet man mit seiner HausSchneiderei, in der künftige Bauherren die Ausstattung ihres Hauses individuell komponieren können. „Bei den Kunden wächst die Lust zu planen viel mehr als beim Besuch eines klassischen Musterhauses“, sagt Architektin Maret Riemer über die HausSchneiderei. „Alle Besucher sind begeistert von den interaktiven Möglichkeiten und empfehlen den Besuch weiter“.
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Ich stricke mir eine iPad Killer App

Was es geben sollte — Schlagwörter:, , , , — Sebastian @ 18:33

Gibt es eigentlich schon eine App fürs iPad, die alle Strickmuster beinhaltet, die je in der Brigitte veröffentlicht wurden und außerdem per großen Buttons zu den iTunes Ordnern “Freddy Quinn”, “Rondo Veniziano”, “Comedian Harmonists” und “Joen Baez” verlinkt?

Was wünscht sich Tante Ursel mehr? Das iPad auf dem Couchtisch und sanfter Regen an der Fensterscheibe..

Wie viele andere auch bleibe ich dabei: Das iPad ist kein Nerd-Spielzeug und erst recht kein Kinderkram! Das iPad (oder einer seiner Tablet Konkurrenten) wird der All Generation Computer.

Perfekt auch auf Sofa, Bett oder Rollstuhl, spielend einfach zu bedienen, kein Zusatzgerät nötig, nur ab und zu muss der Neffe zu Besuch kommen, um neue Apps (Strickmuster, Rezepte Podcasts, Bridge Spiele, Scrabble, Pacience, Enkelfotos usw.) runter zu laden…. :)

Die Top 10 der Twittertaktik-Hitparade

Seemannsgarn — Schlagwörter:, , , , — Sebastian @ 14:42

1. Genesis Follow You – Follow Me
I will follow you, will you follow me, all the days and nights that we know will be
Die wohl häufigste Twitter-Strategie

2. Element of Crime – Vorschlaghammer
Der alte Schrott muss raus, neuer Schrott muss rein, bis morgen muss der ganze Rotz verschwunden sein
Quartalsentfollower.. Wer hat sie nicht in seiner timeline? Aktionen gerne begleitet von Sätzen wie “hat gerade seine timeline aufgeräumt” oder “hat wieder Platz für neue Followings”

3. Die Ärzte – 2.000 Mädchen
Die Flirtfollower – in der Regel weder witzig noch erfolgreich!

4. The Beach Boys – Good Vibrations
Twitter Typ: Bestens gelaunt, immer einen Guten-Morgen-Gruß auf den Lippen, empfiehlt zum Following-Freitag die Hälfte seiner Kontakte und begrüßt neue Follower mit herzerweichenden Begrüßungen!

5. Die Prinzen – Alles nur geklaut
99% seiner Tweets mit RT @irgendwas zu beginnen ist…..auch eine Taktik

6. Crowded House – Weather with you
Zu heiß, zu kalt, zu nebelig, zu schwül, zu verregnet.. Man kann eigentlich jeden Tag mindestens zwei Tweets zum Thema Wetter absetzen, oder?

7. Abwärts – Computerstaat
ohne Worte, ohne Bits & Bytes, ohne Link
Warum? Einfach so!

8. le hammond inferno – an apple a day
Ein Tag ohne Apfeltweet ist ein verlorener Tag! That´s my fuckin` Job(s)!

9. BOTS – Was Wollen Wir Trinken
Ich liebe Twitter Bots. Und erst recht die besoffenen :-)

10. The Beatles – No Reply
Insbesondere weiblich und in Scharen verfolgt vom Twittertyp 3 (2.000 Mädchen)

Planemob holt goldenen Löwen

Guerilla — Schlagwörter:, , , , — Sebastian @ 14:18

Ich habs Euch ja vorhergesagt! Der “Planemob” wird ein Renner! Oder eher ein echter Überflieger! Bei meiner ersten Erwähnung hatte der virale Clip 405 Clicks auf Youtube! Jetzt sind es über 288.000!

Folgrerichtig: In Cannes wurde Germanwings jetzt mit dem Goldenen Löwen für den Planemob ausgezeichnet.

Gratulation und herzlichen Düsenjet!

Guten Bordservice bietet übrigens auch die Facebookseite von Germanwings. Freundlich wie Stewardessen sind die dort. Nur gibt es keine Kaltgetränke. Weder kostenlos noch gegen Kreditkarte! :-)

Unser Döner schmeckt super mit Soße spitze

Marketing — Schlagwörter:, , — Sebastian @ 21:49

Aus dem Fotoarchiv mit Grüßen nach Düsseldorf. Eine super Stadt mit spitze Dönerläden.

Die Startelf des FC NoGo Twitter

Medien — Schlagwörter:, — Sebastian @ 13:46

1. Öffentlich twittern, wer Dich gerade entfolgt hat! Das ist für alle Beteiligten peinlich außer für den, der Dich entfolgt hat! Keiner will das wissen und erst recht hält Dich hinterher keiner für cooler!

2. Texte auf zwei Tweets ausdehnen und dann ein “Please RT” anhängen. Warum soll man Deine sprachlichen Unzulänglichkeiten auch noch

3. nachmachen? Überhaupt Texte auf zwei oder mehr Tweets ausdehnen. Wenn der Platz für 140 Zeichen nicht reicht: Richte einen Ticker ein!

4. Jeden Pups einer Veranstaltung kommentieren, auf der Du Dich gerade befindest! Konzentrier Dich lieber auf die Veranstaltung und schreibe hinterher einen guten Blogbeitrag dazu. Wenn das Event eine TwitWall bereit hält, dann fetzt das natürlich voll ein, seinen Namen und seine bissigen Botschaften dort minütlich zu lesen. Aber alle anderen Follower haben diese Tweets trotzdem in der Timeline. Und ein “Komm zur Sache, Schnarchnase #EventXY #VortragZ” ist für mich ungefähr so wertvoll wie Hundekacke im Teich!

5. Twittern, daß man gerade bei einer Frau / einem Mann abgeblitzt ist.
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Lesetipp: Die Kulturpolitik hier ist ein Desaster

Dresden — Schlagwörter:, , — Sebastian @ 22:51

Da ich gerade wirklich so gut wie keine Zeit habe, eigene Gedanken zu verfassen zum Thema Kulturpolitik in Dresden, Errichtungen von “Komptenzzentren für Kultur- und Kreativwirtschaft”, bei denen eine (!) Stelle im kompletten Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) Kreative beraten soll, will ich wenigstens den einen oder anderen Lesetipp hier veröffentlichen!

Das ist nichts, das ist alles verwaltetes, totes Geld. Wenn man sich die Kulturpolitik hier ansieht, ist das ein Desaster. Zusammen mit steigenden Mieten, einer mangelnden Sensibilität der kulturell Verantwortlichen und den üblichen Inkompetenzen wird klar: Berlin ist einfach interessanter.

sagt zum Beispiel Daniel Richter in einem Interview mit dem Abendblatt. Natürlich geht es nicht um Dresden sondern die andere Stadt an der Elbe! Aber: Den Satz könnte man hier ja bei Gelegenheit zitieren, oder?

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