Nachbericht zum ersten Workshop zur Kreativwirtschaft in Dresden

Unter dem etwas sperrigen Titel “Herausforderungen und Förderbedarfe der Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden” fand am gestrigen Montag (27.9.2010) der erste von drei Workshops statt, die Vertreter der Stadt Dresden mit Aktivisten der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft angesetzt haben. Ziel ist das Erlangen eines Überblicks über den Soll/Ist – Zustand im Hinblick auf Wirtschaftsförderungspotentiale.

Vorangegangen war eine Feldforschung der Prognos AG (, von deren sieben Standorten übrigens nur der Berliner zum Osten gezählt werden darf), um statistische Ist-Daten und gefühlte Bedarfe Dresdens festzuhalten.

Zu den Geladenen gehörten Vertreter aus Bildender Kunst und Musik ebenso wie Werbeagenturen, Softwareschmieden oder Medienhäuser.
Durch meinen Job (Agentur) und mein eher privates Engagement im Bereich der Lobbyarbeit für die Musikwirtschaft war ich sozusagen gleich als Vertreter von zwei Sparten anwesend. Als solcher weiß ich aber auch bereits seit Jahren, was im Workshop noch mehrfach diskutiert werden musste: Die Bedarfe einzelner Akteure innerhalb der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft sind so unterschiedlich, dass ein Förderprogramm für einzelne Unternehmen nahezu unmöglich (und am Ende auch überflüssig) ist.

Kunstvertreter erwarten bessere Chancen zur Förderung oder Vorfinanzierung ihrer Kataloge, während Agenturen schwer damit zu kämpfen haben, dass Dresden nur eine Standortregion ist. Die Zentralen und Marketingverantwortlichen der großen Konzerne sitzen aber im Westen und vergeben auch ihre Aufträge logischerweise dort. Werbeagenturen brauchen (ähnlich wie Architekten) keine finanzielle Förderung, sondern finanziell gut ausgestattete Kundenpotentiale.

Musiker brauchen dringend Unterstützung im Bereich Reisekosten, Vermarktung und Produktion, während Softwareschmieden vor allem auf einen entscheidenden Imagewandel vom Museumsdorf Dresden zum Kreativzentrum hoffen, um einem Fachkräftemangel vorzubeugen. Dafür war sicher kein Workshop und keine Erhebung nötig.

Was ist nun also speziell an Dresden?

Zum einen ist natürlich die Aufteilung der einzelnen Sparten in den Städten immer unterschiedlich. Es gibt Verlagshochburgen, Musikhochburgen und Filmhochburgen. Auffällig – aber vorhersehbar – ist zum Beispiel, wie schlecht die Stadt in Sachen Popmusik und Film dasteht. Überraschend dagegen war für mich, wie gut es offenbar den Architekten geht! Ich habe da gerade Horrorgeschichten einer befreundete Architektin aus Hamburg gehört, die deutschlandweit Häuser baut. Sie erzählte, dass das Dresdner Bauamt das erste sei, welches sie fast zum Aufgeben gezwungen habe – aus purem Frust und purer Schikane.

Wie auch immer. Das alles sind ja eher Kleinigkeiten.

Wirklich speziell an Dresden sind – so denke ich – zwei Dinge:
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So gut funktioniert Social Media Monitoring. Nicht

Allgemeines — Schlagwörter: , , , , , — Sebastian @ 19 September 2010

Social Media Monitoring-Werkzeuge sollen Unternehmen die Möglichkeit geben, zu erfahren, was über sie, ihre Produkte und ihre Branche in Netzwerken wie Twitter, Facebook, YouTube oder XING sowie in Blogs und im Idealfall in diversen Nutzerforen gesagt wird. Unternehmen legen dabei relevante Keywords fest, finden tagesaktuell entsprechende Postings und Statistiken, die optimalerweise auch sensitive Aussagen treffen (positiv, negativ). Im besten Falle kann das Unternehmen auch direkt auf entsprechende Kommentare reagieren (sprich: antworten).

Das Magazin t3n hat im Juni diesen Jahres eine wunderbare Übersicht dazu publiziert, die ich jedem nur empfehlen kann.

Im Vorfeld und während der Online-Marketing Fachmesse dmexco habe ich einen kleinen Selbstversuch gestartet. Immerhin hatten sich dort ja 73 Unternehmen als Aussteller für den Bereich “Social Marketing” listen lassen.

Ich habe also einen Tweet abgesetzt mit folgendem Wortlaut:

Ich will mich heute gern über Social Media #Monitoring Werkzeuge auf der #dmexco informieren. Empfehlungen? Einladungen? Danke

Meine Gedanken:

1. Alle Aussteller – erst recht die, die Social Media Services anbieten – werden ja wohl die Tweets mit dem Hashtag #dmexco verfolgen. Schließlich will man ja wissen, was über die Messe gesagt wird, auf der man gerade seine Produkte verkauft. Könnte ja z.B. einer erwähnen, wie lecker der Kaffee bei webtrekk ist. Oder dass das Seminar von Madvertise zum Appstore-Ranking zwar einige wertvolle Anregungen gegeben hat, aber am Ende doch etwas zu sehr Präsentation der Ford-App und vom KatAPPult (dazu später mal mehr, das ist schon ein sehr starkes Instrument) war.

2. Das Keyword #Monitoring hat jeder Anbieter entsprechender Dienste als Suche bei Twitter gespeichert – über (s)ein eigenes Werkzeug (siehe oben) oder wenigstens über die Standardsuche http://twitter.com/#search?q=%23dmexco

3. Wie kann man seine Monitoring-Services besser präsentieren als durch einen per Twitterdialog gewonnen Messe-Kontakt?

Was schätzt ihr, wie viele Antworten ich erhalten habe?
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Am Ende zählt immer nur das Erlebnis

Allgemeines — Schlagwörter: , , , , , , — Sebastian @ 28 Juli 2010

Bevor mein kleines Blog am Ende noch verwaist (meinen Urlaubsrückblick stelle ich ins Frische Fische Blog und sonst habe ich in den letzten zwei Wochen außer für Kreuzworträtsel und Postkarten selten was geschrieben), möchte ich Euch gerne mit einem kleinen Artikel von mir die Zeit vertreiben. Diesen habe ich auf Bitte des wirklich netten Teams der IHK Halle Dessau für deren Magazin geschrieben als Einführung in das Titelthema “Erlebnis Marketing”, darf ihn aber auch hier veröffentlichen.

Am Ende zählt immer nur das Erlebnis

Die moderne Erlebnisgesellschaft stellt Marketingverantwortliche vor große Herausforderungen, denn längst leben nicht mehr nur Jugendliche nach der Devise „Wo ist am meisten los?“. Untersuchungen zeigen, dass das Segment der Erlebniskäufer nahezu die Hälfte der Bevölkerung umfasst und klassische Werbeformen von potenziellen Kunden immer weniger wahrgenommen werden. Zusätzlich findet in fast allen Märkten eine Angleichung der Produkte statt, was eine Differenzierung nach sachlichen Kriterien erschwert. Folglich gewinnen neue Marketinginstrumente zunehmend an Bedeutung. Events, Social Media oder Guerilla Marketing zielen auf die sinnliche Wahrnehmung. Diese ist immer häufiger ausschlaggebendes Moment der Kaufentscheidung. Marken benötigen daher ein Erlebnisprofil. Ein solches Profil selektiert Zielgruppen nicht nach soziodemographischen Kriterien, sondern nach Lifestyle-Merkmalen und weist den Weg für die Planung weiterer Marketingmittel. Big Player bauen auf Themenparks und eindrucksvolle Großevents. Aber auch mit geringem Budget kann man durch unkonventionelle Ansätze und im Internet sehr viel erreichen.

Erlebniswelten und Events

Manufaktur (c) Christoph Münch

Manufaktur (c) Christoph Münch


Während VW seine Besucher in der Gläsernen Manufaktur empfängt, setzt Halloren auf ein unternehmenseigenes Schokoladenmuseum. Vor allem im Bereich der Konsumgüter hat es sich längst etabliert, Marken auf diese Weise erlebbar zu machen. Aber auch andere Branchen ziehen nach. Den Erkheimer Fertighaushersteller Baufritz verbindet man mit seiner HausSchneiderei, in der künftige Bauherren die Ausstattung ihres Hauses individuell komponieren können. „Bei den Kunden wächst die Lust zu planen viel mehr als beim Besuch eines klassischen Musterhauses“, sagt Architektin Maret Riemer über die HausSchneiderei. „Alle Besucher sind begeistert von den interaktiven Möglichkeiten und empfehlen den Besuch weiter“.
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Der inoffizielle Verhaltenskodex für Werbung zur SieWissenSchon

Allgemeines — Schlagwörter: , , , , — Sebastian @ 17 Juni 2010

Aktuell findet auf der südliche Erdhalbkugel bekanntlich ein größeres Ballsportturnier statt (Name der Redaktion bekannt). Das Turnier findet alle vier Jahre statt und bereits seit 2002 beschäftige ich mich als Marketer mit den Möglichkeiten, die große öffentliche Wahrnehmung für Werbezwecke meiner Kunden zu nutzen. Da große Sponsoren aber sehr, sehr viel Geld investieren, um ihre Produkte exklusiv bei Fernsehberichten oder jedem noch so popeligen Spielplan zu präsentieren, wird das theoretisch (rechtlich) und praktisch (Kontrollen und Klagen) immer komplizierter.

So berichtet das Handelsblatt heute über die Aufregung, welches durch ein Verhör holländischer Meisjes durch die Polizei des Ballsportturnierausrichterlandes entstanden ist. Lieke, Marijne und ihre Freundinnen waren nämlich ebenso frech wie unverschämt zum Auftaktspiel ihrer Mannschaft in Kleidchen erschienen, die eine holländische Brauerei (Markenname ist der latiniserter Ausdruck für ein süddeutsches Bundesland) im Vorfeld des besagten Ballsportturniers als Incentive ausgegeben hatte.

Ich gebe zu, die ganze Aktion hat schon ein wenig den Charakter von Ambush Marketing, aber letzten Endes steht wohl nicht mal ein Branding der Brauerei auf den – übrigens bis auf die Farbe ganz ansehnlichen – Kleidern. Vielleicht sahen die Mädels einfach zu gut aus, um nicht inszeniert zu sein? Wie auch immer: Die Organisation, die das Ballsportturnier ausrichtet, sollte sich selbst zwingend fragen, ob sie durch diese Aktion den eigentlichen Sponsoren (so genanntes “Bier” aus den USA) wirklich schützt! Wer außer ein paar Holländern hätte die ganze Sache überhaupt bemerkt, wenn es nicht zu der Klage durch den Ballsportturnierausrichter und dem polizeilichen Verhör gekommen wäre? Haben die denn von moderner PR und Social Media wirklich so wenig Ahnung?

Aber in Südafrika (copyright by the Republic of South Africa) geht es sowieso noch härter zu als in den vergangenen Jahren. Die Airline Kulula (Abdruck des Markennamens mit Erlaubnis einer Stewardess der Airline) warb zum Beispiel mit dem sensationell genialen Slogan “Unofficial National Carrier of the ‚You Know What‘” Nach kurzer Zeit musste Kulula die Werbung wieder vom Markt nehmen.
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Wie aus plumper Heckscheibenwerbung Guerilla Marketing wird!

Allgemeines — Schlagwörter: , , , — Sebastian @ 3 Mai 2010

Seit der Aufhebung des Werbeverbots für Rechtsanwälte Mitte der 90er versuchen sich diverse Anwaltskanzleien – offenbar tatkräftig unterstützt von Ein-Mann-Werbetechnikbuden – immer wieder an ersten Marketingschritten.

Heraus kommen dabei zumeist extrem unästhetische und nichtssagende Anzeigen in kostenlosen Wochenzeitungen und vermehrt auch der Einsatz riesiger Heckscheibenaufkleber. Juristen der alten Schule dreht sich dabei ebenso der Magen um wie kreativen Werbern.

Um so genialer daher die Maßanhme von Rechtsanwältin A. M. aus der Dresdner Neustadt. Die fährt bereits seit knapp zwei Jahren ihre Visitenkarte (inkl. Faxnummer, falls mal einer hinter ihr per mobilem Faxgerät Kontakt aufnehmen will) auf der kompletten Heckscheibe ihres Golfs spazieren und hatte damit wahrscheinlich bisher nicht gerade viel Erfolg!!??!?

Denn: Offenbar hat sie daraufhin im Januar ein professionelles Guerilla Marketing Seminar besucht oder hatte selbst einen genialen Einfall! Seit Februar jedenfalls steht dieser Golf konsequent mindestens jeden zweiten Tag im Halteverbot oder auf dem Behindertenparkplatz unserer Strasse! Frau M. erregt somit höchste Aufmerksamkeit bei Passanten und beweist gleichzeitig absolute Fachkompetenz und privates Involvment im Bereich Straßenverkehrsordnung.

Ich weiß jedenfalls definitiv, an wen ich mich wenden werde, sollte ich jemals wieder gegen die Stadt prozessieren müssen! Aber eigentich reicht einmal ja auch!

Übrigens hab ich gerade eine total gute Idee für eine Heckscheibenwerbung.. Schnell mal Aufkleber24 kontaktieren!

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